Schottland im Winter 2011
Als wir unsere Reisepläne für den Februar bekannt gaben, ernteten wir erst einmal nur ein Kopfschütteln: Wie kann man um diese Jahreszeit nach Schottland fahren? Auch wir wussten nicht genau was uns an Wetter und Temperaturen erwarten würde, doch wir wollten das Experiment wagen. Wir packten unsere warmen Sachen ein und los ging´s. Eine Woche vor unserer Abfahrt bestellten wir noch für Jürgen die gleiche Regenhose, wie ich sie mir schon vor zwei Jahren kaufte. Im Internet unterschieden sich die Kritiken über andere Regenhosen im gleichen Preissegment sehr stark. Zumindest hatte meine Hose schon eine Wanderung bei Regen in Schottland zu meiner Zufriedenheit überstanden.
Diesmal sollte es nicht mit dem Flugzeug nach Schottland gehen, sondern mit der Fähre und mit dem eigenen Wagen. Mit dem Flugzeug würden wir einen ganzen Tag verlieren. Eine weitere Neuerung für uns war, dass wir zum ersten Mal ein Ferienhaus gemietet haben, weil es um diese Jahreszeit wesentlich weniger geöffnete B&B gibt. Eine mögliche Alternative wären noch Hotels gewessen, welche Spezialpreise anbieten die deutlich unter dem üblichen Niveau liegen.
Donnerstag 2. 2.
Wir fuhren gegen die Mittagszeit
in Richtung Rotterdam los. Von dort aus sollte es am Abend mit der P&O Fähre
Richtung Hull losgehen. Die Fahrt dorthin ging recht zügig voran, so das wir
schon um 16:00 im Hafen Rotterdam waren. Zwar konnten wir schon einchecken,
aber wir durften noch nicht auf die Fähre. So vertrieben wir uns mit
Kartenspielen die Zeit, bis wir aufs Schiff fahren konnten. Gegen 17:00 Uhr
ging es endlich los. Erst haben wir das Auto abgestellt und dann ging es in die
Kabine. Wir hatten die billigste Kabine
genommen: Stockbett und Innenkabine, für eine Nacht reichte es allemal. Nachdem
wir unser Gepäck für die Nacht in die Kabine gebrachten hatten, erkundeten wir
erst einmal das Schiff. Es war die Pride of Hull, das älteste Schiff der Linie
auf dieser Strecke. Zuerst ging es auf das Sonnendeck, dort genossen wir den
Sonnenuntergang. Den Rest des Abends verbrachten wir in der obersten Bar,
beobachten von dort das Hafengeschehen und spielten Karten.
Freitag 4.2.
Da wir heute noch ca.600 km fahren mussten, stärken wir uns auf dem Schiff mit einem großen Frühstück, welches es schon ab 6:00 zum Preis von 10 Pfund gab. Ansonsten hätten wir kurz nach dem Anlegen eine Frühstückspause machen müssen. Während des Frühstückes legten wir schon in Hull an, so das wir kurz vor 8:00 vom Schiff waren. Auf den Hinweg hatten wir geplant, nicht den direkten Weg über Glasgow zu nehmen, sondern über Edinburgh und Stirling zu fahren. Auf dem Weg dorthin wollten wir die Abbey vom Melrose oder Jedbourgh besichtigen. Da für uns der Weg das Ziel ist, fuhren wir die Nebenstrecke. Kurz nach Hull fing es an zu regen und zusätzlich schien auch noch die Sonne, so das ein Regenbogen entstand. Dieser Regenbogen sollte uns dann die nächsten zwei Stunden begleiten. So lange haben wir noch nie einen Regenbogen gesehen.
Noch auf der englische Seite besichtigten wir einen kleinen Teil des Hadrianwall, der oft fälschlicherweise als
schottische Grenze bezeichnet wird, doch die schottische Grenze liegt noch
etwas nördlicher. Den Hadrianwall hatte
der römischen Kaiser Hadrian bauen lassen, um
das römische Reich gegen die nordischen Stämme aus dem Nordenabzusichern. Der Wall
verläuft von Newcastle nach Solway Firth. Spätererreichten wir dann endlich die schottische Grenze und machten das
obligatorische Foto mit dem Felsbrocken, welcher die schottische Grenze
markiert.Nun waren wir in den Borders
angekommen. Leider regnete es inzwischen die ganze Zeit, so das wir ohne viele
Stopps weiter fuhren. Doch in Jedbourgh besichtigten wir noch die Abbey, welche
heute noch zu den besterhaltenen Abbeys in Schottland gehört. Die Abbeys in
Melrose, Kelso und auch die von Jedbourgh sind heute alle Ruinen, denn sie
wurden immer wieder zerstört, weil sie auf dem Weg der Armeen von England nach
Schottland lagen.
Als wir Edinburgh erreichten, wussten wir was die BBC mit heavy rain meinte. Als Jürgen einen Lkw überholte , sah er nichts mehr, so stark war es am schütten. Als wir endlich im Glencoe ankamen war es dunkel und es hatte endlich aufgehört zu regnen. Unser Vermieter von der Ferienwohnung traf uns am Glencoe Hotel und begleitete uns bis zur Wohnung. Die Wohnung entsprach komplett der Beschreibung und gefiel uns sehr. Größer als 1,80 sollte man aber nicht sein. Ansonsten hätte man Probleme im Badezimmer und Schlafzimmer, da diese beiden Zimmer eine Dachschräge haben. Wir richten uns an dem Abend noch ein, doch da wir k.o. waren, ging es früh ins Bett.
Samstag, 5.2.
Letztendlich entschieden wir uns für ein Buch aus derselben Reihe, aus der wir uns schon auf den Orkney eins gekauft hatten. Zu Hause
hatten wir uns schon überlegt oder im Internet recherchiert was wir uns diesmal
ansehen sollten. Für uns war auch klar, das wir diesmal mehr wandern gehen
wollten.
In unserem Buch stand eine Wanderung im Glen Etive, welches wir schon vorher im Internet genauer angesehen hatten und welches als schönste Sackgasse von Schottland beschrieben worden ist. Dort wollten wir nun hin. Da das Wetter sonnig war, machten wir erstmal recht viele Fotostopps im Glencoe, bis wir dann zur Abzweigung ins Glen Etive kamen. Auch dort hielten wir häufig an, um zu fotografieren. Auf der Single-Road war nicht viel los, doch irgendwann fiel uns ein Auto auf, wo die Beifahrerin aus dem Fenster hing und wir überlegten was das soll. Bis wir es dann auch erkennen konnten. Am Wegrand stand und lag ein Rudel Rotwild mit ca. 20 Rehen und Hirschen. Die interessierten sich für uns noch nicht einmal als wir stehen blieben und Fotos machten. So zutrauliche Tiere in freier Wildbahn habe ich noch nie erlebt.
Die Straße endet am Loch Etive,
aber den Parkplatz für unsere Wanderung hatten wir bis jetzt noch nicht
gefunden. Eine ältere Frau, welche aus einem Cottage kam, gab uns den
entscheidenen Tipp und kurz darauf fanden wir den Anfang der Wanderung.
Irgendwie verwirrte Jürgen der Blick der alten Frau, sie war offensichtlich
blind. Interessanterweise haben wir zwei Sehenden von Ihr den Weg erklärt
bekommen. Wir zogen frohes Mutes los, das Ziel sollte der Robbers Wasserfall
sein, insgesamt sollte die Wanderung 6 km lang sein. Leider hatte sich es
zugezogen, aber es regnete nicht. Laut der Beschreibung sollte der Weg vor dem
verbarrikadierten Cottage verlaufen und
so gingen wir auch diesen. Aber was dann passierte habe ich noch nie erlebt und
mochte ich auch nicht mehr erleben. Ein Mann kam aus den Haus und dazu ein
kleiner Spitz. Doch so einen aggressiven Hund habe ich noch nie erlebt. Er
knurrte uns an und der Besitzer meinte wir sollten umgehend sein Grundstück
verlassen. Kein Problem für uns, doch lies sich der Hund auch nicht abschütteln
als wir ums Haus gingen und er fing an in unsere Wanderschuhe zu beißen. Der
Hundehalter rief ihn nur halbherzig zurück, der Hund hörte gar nicht auf die
Zurufe. Wären wir nicht rückwärts durch den Matsch gelaufen , hätte uns der
Spitz nicht nur in die festen Wanderschuhe , sondern auch noch in die Waden
gebissen. Ich geriet immer mehr in Panik und war froh als wir uns hinter einem Tor
verschanzen konnten. Erst dann lies uns der Hund in Ruhe und kehrte zu seinem
Herrchen zurück. Dies hat uns die Wanderung leicht verleidet und wir beide
brauchten sehr lange, um aus der stressigen Situation herunter zu kommen.
Später sahen wir ein kleines Schild, wo drauf geschrieben stand, das die
Wanderer hinter dem Haus lang gehen sollen. Dieser Teil des Weges um die
Abgrenzung des Cottages war extrem matschig. Soll er doch das Tor zu schließen
oder ein ausreichend großes Schild anbringen, wenn er nicht will, das die Leute
sein Grundstück betreten. Laut unserer Wanderbeschreibung war das Cottage
früher unbewohnt.
Irgendwann gelangten wir zu dem Wasserfall und ich machte mehrere Langzeitbelichtungen. Auf dem Rückweg bewaffneten wir uns mit dicken Stöcken, falls der Hund uns noch einmal angreifen sollte. Der Rückweg verlief allerdings unproblematisch. Für einen kurzen Moment mussten wir allerdings unsere Regenhosen anziehen, doch der Regen war nach 10 min. wieder vorbei.
Auf den Rückweg aus dem Glen Etive sahen wir immer wieder Rehe und Hirsche, denn inzwischen hatten wir den Blick dafür. Den Abend genossen wir dann in unserem Cottage. Auf BBC wurde eine populärwissenschaftliche Sendung über die Entstehung von Wellen gesendet. Dies auf dem großen Bildschirm in der Ferienwohnung zu sehen war schon beeindruckend.
Sonntag 6.2.
Das Wetter heute morgen sah nichtgerade gut aus, es nieselte und auch die Voraussage sagte für den ganzen Tag
Regen voraus. Somit nahmen wir uns für heute vor, bei einer kleinen Autotour
auf den Spuren von Harry Potter zu wandeln. Gerade in der Gegend vom Glencoe
und Umgebung wurden viele der Außenaufnahmen gemacht. Wir fuhren erstmal in
Richtung Malliag, vorbei an Loch Eil. Danach folgte das Loch Shiel, welches
regelmäßig als Hintergrundsee von
Hogwarts genutzt wird. Wir machten am See einen kleinen Spaziergang. Dort kam
es für mich zu einer Schreckensminute, meine Kamera fiel und am Objektiv platze ein Kunststoffring am
oberen Glas ab. Das Objektiv funktionierte Gott sei Dank einwandfrei, trotzdem
werde ich es jetzt zur Reparatur bringen, damit kein Wasser oder Partikel
eindringen können. Die Reparatur für das damals 350 € teure Objektiv sollte nun
bei Tamron 205 € kosten. Nun werde ich wohl auf Anraten eines Freundes aus der
fotocommunity Digitalfototreff diese abgeplatzte Stelle mit Acryl, da Silikon wandert,
verschließen und zusätzlich noch einen Schutzfilter anbringen.
Ich hatte selber mal das Glück zuzusehen (als ich das erste Mal in Schottland war) wie gerade am Loch Shiel Außenaufnahmen gemacht wurden. Diesmal stiegen wir auf den Aussichtspunkt hoch. Von dort hat man einen tollen Blick auf das Loch und auf der anderen Seite auf das Glenfiannin-Viadukt, einen Eisenbahnbrücke, welche auch in den Filmen vorkommt. Die letzte Station der Filmschauplätze war dann das Loch Eilt, wo diejenige Insel liegt, welche im letzten Harry Potter Film als Schlussszene zu sehen ist.
Interessanterweise standen amWegrand mehrere Gräber aus Steinhügeln, teilweise alt oder auch jüngerem Datums
waren. Bis hierher kannte ich die Strecke aus meinem ersten Schottland-Urlaub.
Hinter dem Loch Eilt, fuhren wir in Richtung Point of Ardnamurchan, dem
westlichsten Punkt Großbritanniens. Auch an dieser Stelle steht ein Stevenson Leuchtturm. Es gibt dort ein Leuchtturmmuseum, welches
leider nur vom 1.April- 31.Oktober geöffnet ist. Schade. Der Weg dorthin führte
uns an schönen Ausblicken vorbei, so das wir immer wieder anhielten. Im Glenuig
Inn am Sound of Arisaig machten wir Pause. Ich aß die Tagessuppe und Jürgen
einen warmen Camenbert, sehr lecker. Das Inn war recht neu und von dort werden im
Sommer unter anderem Seekajakstouren durchgeführt. Wir saßen anfangs als
einzige Gäste direkt am Kamin. So langsam lockerte es sich auf und am späten
Nachmittag erreichten wir den Leuchtturm. Wir genossen den Sonnenuntergang.
Leider schafften wir es nicht mehr an einen schönen Strand zu fahren. Nun
begann auch schon die Dämmerung und so konnten wir die laut Straßenkarte
landschaftlich schöne Strecke nicht mehr genießen. Die Fahrerei war auch sehr
anstrengend, da der Hauptteil der Strecke unübersichtliche Singleroad war. Am Ende stand dann noch eine Fährfahrt am
Corran-Leuchtturm an. Kurz darauf waren wir dann auch wieder an unserem
Domizil.
Montag, 7.2.
Heute wollten wir wieder einen Wandertag einlegen. Das Wetter sah nicht besonders gut aus und es war kälter geworden. Man sah es an den Bergen, denn die Schneegrenze war deutlich tiefer gesunken. Wir suchten uns eine Wanderung mit dem Grey Mare´s Tail Waterfall in Kinlochleven aus. Als wir los fuhren hörte der Regen auf. Der Anfangspunkt der Wanderung war nicht weit weg von uns, so das wir recht früh dort waren, auch den Parkplatz fanden wir recht schnell. Dort angekommen wurden wir von einem Schotten und seiner irischen Frau angesprochen , ob die Strecke zum Wasserfall einfach zu gehen sei. Laut unserem Wanderführer sollte der Teil bis zum ersten Aussichtspunkt sogar mit Rollstühlen befahrbar sein. Allerdings war der Weg zwar gut angelegt, aber stellenweise erodiert. Später empfahl uns die Irin einmal insbesondere die irische Westküste zu besuchen, aber Nordirland sei einen Besuch nicht wert. Ihr Mann entgegnete, das mit Nordirland hätte bei ihr nur politische Gründe.
Bis zum Wasserfall war es nicht
weit und ein Paradies für Langzeitbelichtungen. Interessanterweise konnte wir
ziemlich nah an den großen Wasserfall kommen. Ich machte etliche unterschiedliche Aufnahmen. Hinter dem Wasserfall begannI die
eigentliche Wanderung und es ging sehr steil hoch und der Weg war sehr stark erodiert.
Dies erinnerte mich wieder an eine Wanderung in der Toskana und wir entschieden
uns wieder zurück zu gehen.
Wir schauten wieder in dasWanderbuch und entschieden uns zu einem weiteren Wasserfall zu fahren und dort
zu wandern. Die Wanderung wurde dort alsleicht beschrieben, die sich für einen Morgen- oder Abendspaziergang eignet.Also in Richtung Inchree gefahren, was nicht sehr weit weg war. Dort angekommen war
der Parkplatz leider gesperrt: Baustelle bis Ende Februar. Da hier keine Autos
standen, stellten wir unseren Wagen an einem Feldwegrand ab. Da es wieder zu
einem Wasserfall ging, mussten wir erstmal nach oben gehen. Unterwegs sahen wir
immer wieder kleine Fälle, an den ich mich mit Langzeitbelichtungen austobte.
An den Inchree Waterfall kam man leider nicht so nah dran wie beim vorherigen
Wasserfall. Der Weg war wirklich sehr
einfach, doch die Abzweigung fanden wir mal wieder nicht. Wir gingen einen
steilen Weg hoch, an dessen Rand der Wald komplett gerodet war. Je höher wir
kamen, umso traumhafter wurde der Ausblick. Auf der einen Seite kam die Sonne
heraus und auf der anderen Seite regnete es. Doch irgendwann merkten wir, dass
dies der falsche Weg war und wir gingen wieder zurück. Unterwegs machte ich von
einem kleinen Wasserfall mehrere Bilder und wir wurden von zwei Wanderern
angesprochen, was für Aufnahmen ich machen würde. Der Mann meinte, er besitzt
selber eine DSLR, eine Canon 550D und ob man diese Aufnahmen damit auch machen
könnte. Leider fehlten mir die passenden Vokabeln um dies vernünftig zu
erklären, dennoch glaube ich, dass sie es verstanden hatten. Irgendwann fanden wir dann den richtigen Weg.
Da es wieder schon recht spät war, gingen wir direkt zu unserem Wagen. In Onich
gingen wir noch ins Hotel eine Kleinigkeit essen. Da es ein schöner Sonnenuntergang war fuhren
wir noch einmal in Richtung Glencoe, um Fotos zu machen. Das Licht war einfach
perfekt an diesen Abend und so entstanden noch ein paar Langzeitbelichtungen vom
River Coe. Den Abend verbrachten wir wie immer in unserem Cottage.
Dienstag, 5.2.
Heute wollen wir ein Stück des West-Highland-Way gehen. Laut unserer Lektüre gabes in der Nähe des Glencoe Skicenter ein Stück des Wegs und auf dem Rückweg
würde man die alten Military Road gehen. Am Skicenter angekommen, beobachteten
wir wie eine Gruppe Fotografen, alle ausgestattet mit einem Stativ, welche sich
nebeneinander aufreihten und ein altes Cottage im Sonnenlicht fotografierten.
Warum die ein Stativ benutzten war mir leicht schleierhaft, denn es war genug
Licht vorhanden, da man dieses Motiv frei aus der Hand hätte fotografieren
können. Jürgen und ich waren uns nicht
sicher, ob das die richtige Stelle war,
wo die Wanderung beginnen sollte und deshalb fuhren wir weiter. Zu Hause
stellte ich dann fest, da es doch die richtige Stelle war. Leider zu spät. Wir beiden entschieden dann
doch einen Weg zu gehen, welcher im kleinen Hallewell Pocket Walking Guide
stand. Er begann an der Bridge of Orchy
und beinhaltet das steilste Stück des West-Highland-Way. Da es die letzten Tage geschneit
und geregnet hatte, war der steile Weg am Anfang matschig, aber überall
entsprangen Quellen und wir mussten häufig irgendwelche Furten überqueren. Die
Strecke ging immer aufwärts, die Gegend war sehr karg, aber aber als wir am
höchsten Punkt ankamen war, hatten wir eine traumhafte 360° Aussicht. Von dort
an ging bis zu Straße abwärts. Nun ging es ein Stück am Loch Tulla vorbei unddann immer geradeaus bis zur Bridge of Orchy. Der Rückweg ging
leider über eine Single-Road zurück. Zwischendurch sprachen wir noch kurz mit
einem jungen Fotografen aus St. Andrews darüber, das uns die Ostküste im
Gegensatz zur Westküste nicht so gut gefällt. Das letzte Teilstück zog sich recht in die Länge und war landschaftlich auch nicht mehr so schön.
Wir hatten noch etwas Zeit, so das wir das Vistorcenter vom Glencoe besuchen wollten, wenn es offen gehabt hätte, aber leider standen wir vor verschlossener Tür. Die Winteröffungszeiten waren schuld, das Center öffnete nur von Donnerstag bis Sonntag. Da die Whisky- Brennerei Ben Nevis laut unserem Plan noch bis 17 Uhr offen war, fuhren wir nach Fort William. Doch die letzte Führung war dort auch um 15:00 und so fuhren wir unverrichteter Dinge wieder in Richtung Ballachulish. Am Abend packten wir unsere Koffer, denn wir wollten recht früh losfahren, damit wir noch Zeit hätten etwas zu fotografieren und zu besichtigen.
Mittwoch 6.2.
Heute mussten wir spätestens um 19.30 in Hull sein. Also fuhren wir gegen 8:00 los. Der Rückweg sollte uns am Loch Lomond vorbei führen und auch zu New Lanark, ein UNESCO Weltkulturerbe. Aber darüber später noch mehr.
Wir machten im Rannaoch Moor noch
mehrere Stopps, da die Wolkenstimmung einfach traumhaft war. Auch am Loch
Lomond, einem unserer Lieblingsseen, hielten wir sehr oft an. Bis jetzt waren
wir immer bei schönen Wetter dort, doch diesmal lag teilweise Nebel auf dem See
und er hatte Hochwasser. Irgendwie sah der See mystisch aus und ich stoppte immer wieder am Seeufer.
Auf dem Glasgower Ring fand ich leider nicht die richtige Ausfahrt und so fuhren wir mitten durch Glasgow, aber ich glaube nicht das wir viel Zeit verloren haben. Kurz hinter Glasgow ging es schon nach New Lanark. Dies ist eine Texilfabriksiedlung aus dem 18. Jahrhundert, welche Robert Owen leitete. Dieser Mensch war seiner Zeit 200 Jahre voraus. Kinderarbeit, Prügelstrafe gab es nicht, die Mitarbeiter bekamen von ihm Wohnungen zu Verfügung gestellt, die Kinder gingen zur Schule , auch die Erwachsenen hat die Möglichkeit zur Abendschule zu gehen, ebenso eine kostenlose Gesundheitsfürsorge und Essen zu erschwinglichen Preisen. Das Dorf liegt am Fluss Clyde, dessen Wasserkraft zur Energieversorgung genutzt worden ist. Leider hatten wir nicht genug Zeit um das Besucherzentrum anzuschauen, so genossen wir im Cafe wieder einmal die Tagessuppe und einen Kaffee. Dies war unser letzter Stopp in Schottland, den Rest des Tages verbrachten wir dann nur noch mit Fahren und gegen 18:30 kamen wir an der Fähre an. Diesmal war es schon Routine für uns. Leider hatte wir mit der Kabine diesmal nicht soviel Glück. Wir hatten eine in der Nähe von der Disco bekommen, doch Gott sei Dank ging die Livemusik nur bis 24:00 Uhr: Viel schlimmer war derjenige, der neben uns die Kabine hatte und wohl seinen Schüssel vergessen hatte und permanent gegen die Tür schlug. Doch der Spuk war, nachdem jemand vom Bordpersonal sich darum kümmerte nach einer halben Stunde wieder vorbei. Der Rest der Nacht verlief dann ruhig. Gegen 8: 00 Uhr kamen wir dann in Rotterdam an.
Fazit:
Egal zu welcher Jahreszeit, Schottland ist immer eine Reise wert. Diesmal hatten wir zwar mehr typisch schottisches Wetter, aber der Schnee und die Lichtstimmungen waren traumhaft.
Ob wir noch einmal mit der Fähre bis Hull fahren ist fraglich, denn bis zu unserem Haus waren es noch einmal 600km weit und die Fahrerei schon ziemlich anstrengend. Wenn Fähre, dann wahrscheinlich bis Newcastle., da hätte man schon 200 km mehr in Richtung Norden. Dagegen war das Fahren mit eigenen Auto, gegenüber einem gemieteten Wagen mit Schaltung, überhaupt kein Problem.
In 2012 werden wir wohl nicht nach Schottland fahren, denn dieses Jahr steht eine neues Urlaubziel auf dem Plan.....Island.
Weitere Bilder gibt es unter dem Fotoalbum Schottland 2011 zu sehen.
Begleitende Literatur:
Walking Glencoe, Lochaber and the Great Glen ISBN 1 873597 22 3